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Interview: Yoga Fotografie mit Bérénice Knöß

Interview: Yoga Fotografie mit Bérénice Knöß - FindeDeinYoga.org

Auf den Webseiten von Yogis sind sie in allen Variationen zu sehen: Bilder von Yogis in den verschiedensten Asanas und beim Meditieren. Es gibt unzählige Instagram und Pinterest Reihen, die sich nichts anderem widmen, als der bildnerischen Ablichtung von Yoga.

Mal sind diese Yoga Fotografien sehr ästhetisch anzusehen und fast schon kleine Kunstwerke; mal sind sie auch ganz natürlich; auf manchen Fotos spürt man auch den Spaß. Doch was macht eigentlich ein gutes Yoga Bild aus? Wir sprachen mit der Yogafotografin Bérénice aus München über:

Yoga Fotografie

Finde Dein Yoga: Wie bist du zur Yoga Fotografie gekommen?

Bérénice: Grundsätzlich verläuft mein Leben nach dem Motto: Immer der Nase nach. Ich komme also überall mehr oder weniger zufällig dort hin wo mich Leidenschaft und Neugier hintragen. Ich habe nie geplant Fotografin zu werden. Aber ich habe sehr früh angefangen zu fotografieren. Vielleicht mit 13 oder so. Es gab noch keine Smartphones, alles war noch analog. Da haben nur die filmeweise Fotos gemacht, die wirklich Freude daran hatten. Daher würde ich sagen, dass ich schon recht früh gemerkt habe, dass mir Fotografieren Spaß macht. Die Fotografie hat mich von da an immer durch meinen Alltag begleitet.

Yoga mache ich seit etwa 10 Jahren. Meine 200h Yogaleher-Ausbildung habe ich 2016 gemacht. Das und die Tatsache, dass ich sehr viel selbt praktiziere helfen mir unglaublich beim Fotografieren. So kann ich direkt beim Fotografieren korrigieren. Das ist das was mir Yoga Fotografie möglich macht. Den Beruf Fotografie habe ich nie gelernt, da muss ich bei der Technik passen und mich auf meine Talent verlassen. Aber eine Yoga-Ausbildung habe ich und die nutze ich beim Fotografieren. Professioneller wurde es als ich mit dem Bloggen angefangen habe. Zuerst habe ich Freunde fotografiert um einen größeren Pool an Bildern für meine Beiträge zu haben. Dann kamen über Empfehlungen die ersten Anfragen für Jobs und ich habe mir gedacht wieso nicht.

(Foto: Bérénice Knöß)

Was ist dir auf einem Foto wichtig?

Bérénice: Auf einem Yoga Foto ist mir der Mensch wichtig. Wobei es natürlich auch darauf ankommt wofür das Foto genau ist. Geht es darum eine Asana zu erklären? Geht es darum einen Yogalehrer vorzustellen oder soll das Bild eine Stimmung ausdrücken, die einen Yoga-Retreat-Beitrag begleitet? Das sind ja ganz unterschiedliche Dinge.

Wenn ich Yogaleher und Yogis fotografiere stehen die Menschen, also ihre Persönlichkeit und ihre Lebenseinstellung für mich im Vordergrund. Ich vesuche sie zu sehen und mich in ihr persönliches Yoga hineinzuversetzen. Dann macht es mir auch erst richtig Spaß zu fotografieren. Ich versuche nicht mich selbst als „Künstlerin“ in dem Bild zu verewigen. Wenn dann eher als Psychologin. Ich will den Menschen im Bild verstehen und zeigen.

"Mich interessiert der Mensch und seine Persönlichkeit. Wenn die im Bild rüberkommt, ist es ein gutes Foto."

Was macht ein gutes Foto aus?

Bérénice: Das ist sehr individuell. Manche finden, die Posen sollten „perfekt“ ausgeführt sein um ein gutes Vorbild zu bieten. Was auch immer das bedeutet. Da hat ja auch jeder eine andere Vorstellung von. Aber wenn sie mit einem solchen Bild dann genau das zeigen können, was sie möchten, dann ist das ein gutes Bild.

Oft sagen Yogalehrer: „Aber bei der Pose sieht man, dass ich nicht so flexibel bin“ dann sage ich: „Um so besser. Dann können mehr Menschen von dir lernen, wie man seinem Körper etwas Gutes tut.“ Aber ich würde genauso einen hypermobilen Yogi fotografieren. Warum denn nicht? Es gibt nichts und niemanden den ich ausschließen würde. Ich liebe Vielfalt.

Manche regen sich darüber auf, wenn sehr flexible Menschen Asanas machen, die für viele unmöglich sind. Mir ist das egal. Mich interessiert der Mensch und seine Persönlichkeit. Wenn die im Bild rübekommt ist es ein gutes Foto.

Man kann beim Fotografieren genau wie im Yoga arbeiten. Frei nach Patanjali: Sthira Sukham Asanam. Ich versuche den Mensch in dem Moment zu erwischen, in dem er an dem Punkt in der Asana ist, an dem er gleichzeitig kraftvoll und entspannt sein kann. Aber ich bin keine typische Yoga Fotografin. Meine Antwort ist nicht verallgemeinerbar und gilt nur für mich persönlich. Man kann als Technik-Crack oder mit einer künstlerischen Vision ebenfalls ganz tolle Bilder machen. Es ist einfach ein anderer Weg.

(Foto: Bérénice Knöß)

Hast du Vorbilder?

Bérénice: Im konkreten Sinne nicht. Ich habe in den Dingen, die ich tue nie direkte Vorbilder. Ich habe Kunstgeschichte studiert und könnte dir jetzt Fotografen nennen die ich toll finde. Edouard Boubat zum Beispiel oder Man Ray und Magritte liebe ich sehr. Überhaupt bin ich ein großer Fan vom Surealismus. Aber die sind keine direkte Inspiration für meine Yoga-Bilder. Und ich schweife vielleicht auch vom Thema ab.

Ich beziehe meine Inspiration aus anderen Quellen, als die in die ich reinschöpfe. Ich liebe Literatur und Kunst. Ich liebe intensive Gespräche mit Menschen und interessiere mit für Psychologie und Philosophie. Das ist für mich Inspiration pur und wirkt sich auf Alles aus was ich mache. Im Bereich Fotografie habe ich weniger ästhetische Vorbilder, als das mir mein Interesse an Philosophie den Umgang mit unterschiedlichsten Menschen erleichtert.

Das ist bei meinem Blog auch so. Ich lese gar keine Yoga-Blogs. Ich lese nicht mal Magazine. Außer die Psychologie Heute und manchmal die Brandeins. Aber eigentlich lese ich lieber Bücher. Und ich kenne keinen einzigen Yoga Fotografen! Aber nicht weil die schlecht sind oder so. Es macht für mich einfach keinen Sinn, ich funktioniere anders. Ich lese ein geniales Buch und habe 10 Ideen für Blogbeiträge. Ich gehe über die Straße, sehe einen Einkaufswagen vor einer alten Garage und habe eine Idee für ein Foto. Und dann sind natürlich die Menschen die ich gerade fotografiere situativ meine Vorbilder und Inspirationsquellen.

Liebe Bérénice - habe vielen Dank für das Interview.

Testbild 1

(Foto: Susanne Öllbrunner)

Bérénice aus München schreibt in ihrem Blog My Yoga Guide  über all die Dinge, die sie interessant findet und stellt Münchener Yogastudios vor. Ihrer Leidenschaft, der Yoga Fotografie, geht sie jetzt professionell nach und bietet Fotoshootings an. 

Wer mehr wissen möchte, hier sind die Links:

info@my-yoga-guide.de

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