Mein Weg zum Yoga - die klassische Hassliebe

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Mein Weg zum Yoga – die klassische Hassliebe

Yoga und ich haben uns lange Zeit nicht gemocht. Wir haben es oft miteinander versucht und es dann aufgrund unüberbrückbarer Differenzen ganz schnell wieder sein gelassen. Wir haben uns in Elizabeth Gilberts Roman „Eat, Pray, Love“ kennengelernt. Kein besonders glücklicher Start, denn damals habe ich das Buch nach der Hälfte wieder weggelegt. Der Mittelteil, der in Indien spielte und sich mit der spirituellen Entwicklung der Protagonistin beschäftigte, war mir viel zu langweilig. Trotzdem hatte ich irgendwie Lust bekommen, Yoga mal auszuprobieren, vor allem, weil mir der Film zum Buch dann doch sehr gut gefallen hat.

"In diesem Moment begann ich, Yoga richtig kacke zu finden."

Kurze Zeit später begann ich mein Auslandssemester auf Bali. Das war DIE Gelegenheit! Aber irgendwie sollte es nicht sein. Wenn ich mich mal dazu aufraffte, auf die Suche nach einem Yogastudio in meiner Nähe zu gehen, war es entweder wegen Überfüllung geschlossen, oder es fand gerade kein Unterricht statt. Irgendwann verließen mich sowohl die Lust als auch der Mut. Wieder zu Hause in Deutschland nahm ich meinen Plan dann wieder auf. Meine Mama hatte eine DVD mit Video-Anleitungen zu Hause, also schnappte ich mir eine ausrangierte Isomatte und machte mich super motiviert ans Werk. Vielleicht hätte ich mir denken können, dass ich mir damit nicht gerade die besten Voraussetzungen für meine erste Yogastunde geschaffen hatte: Ich verdrehte mir in regelmäßigen Abständen den Hals, um auf dem Fernseher erkennen zu können, was ich als nächstes tun musste und rutschte dabei auf der glatten Matte quer durchs Wohnzimmer. In diesem Moment begann ich, Yoga richtig kacke zu finden.

Und so legte ich meine Karriere als Yogini erstmal wieder auf Eis, bis ich etwa ein halbes Jahr später in einem Urlaub das Buch „Yoga Girl“ von Rachel Brathen in den Händen hielt (ja, Bücher scheinen einen ganz entscheidenden Einfluss auf mein Leben zu haben). Ich bekam richtig Lust, Yoga nochmal eine Chance zu geben, was sicherlich auch zum Teil an den wunderschönen Fotografien aus der Karibik lag. Ich hatte Lust, mehr zu lernen, kaufte mir ein weiteres Buch, in dem Asanas für Anfänger ganz genau erklärt wurden und fing an, damit zu üben. Das klappte so gut, dass ich auch nach dem Urlaub noch am Ball blieb – recht unregelmäßig, das gebe ich zu, aber irgendwie hat es mich auch nach längeren Pausen bisher immer wieder zum Yoga zurückgezogen. Mittlerweile liegen auch etliche Stunden in Yogastudios und ein wundervolles Retreat hinter mir und ich kann mir ein Leben ohne Yoga gar nicht mehr vorstellen.

Mein Weg zum Yoga - wie bei einer zwischenmenschlichen Beziehung

Rückblickend finde ich es schon fast ein bisschen witzig, wie hartnäckig es sich in meinem Leben gehalten hat, obwohl ich es anfangs gar nicht wollte – wie bei einer zwischenmenschlichen Beziehung mit einem Haufen anfänglicher Missverständnisse und zu hohen Erwartungen an den anderen. Und das ist etwas, wofür ich Yoga absolut liebe: Es bringt mir Dinge über mich und das Leben bei.

Ich habe mit dem Üben angefangen, um fitter zu werden und irgendwie auch zufriedener (wie auch immer ich mir das vorgestellt hatte). Mit Spiritualität hatte ich damals absolut nichts am Hut und Meditation war für mich einfach ein Mittel, um weniger gestresst zu sein. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ein straffer Körper zwar ein wundervoller Nebeneffekt ist, es aber im Grunde für mich um etwas ganz anderes geht. (Und auch das ist eine Erkenntnis: Yoga ist für jeden etwas anderes.) Ich habe so viel über mich gelernt, alte Werte in Frage gestellt, neue angenommen und mein Leben einmal komplett auf den Kopf gestellt, weil Yoga nicht nur mein Körpergefühl, sondern mein Gefühl für mich selbst insgesamt verbessert hat. Das bedeutet, dass ich jetzt weiß, was mir wichtig ist, was ich wann brauche und dass es absolut gut ist, dass ich so bin, wie ich bin. Yoga ist das beste Tool, das ich kenne, um langsam die eigene Persönlichkeit zu erforschen. Alles was man dafür tun muss, ist, es zu versuchen und auch mal neue Wege auszuprobieren, wenn einer nicht funktioniert hat.

"Unsere Atmung ist so powervoll und gleichzeitig so simpel, dass es mich überrascht, dass ihr nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird."

Anfang 2018 habe ich eine Ausbildung zur Atemkursleiterin gemacht, was meiner eigenen Praxis noch viel mehr Tiefe gegeben hat. Auf meinem Blog Yay For Today teile ich, neben Inspiration für ein nachhaltigeres Leben und veganen Rezepten, meine Erfahrungen und einfache Atemübungen. Ich glaube, dass wir für ein achtsameres, erfüllteres Leben gar nicht viel brauchen. Um eine Veränderung zum Positiven anzustoßen, genügt es manchmal schon, einmal tief durchzuatmen und wieder eine klare Sicht auf die Dinge zu gewinnen.

Unsere Atmung ist so powervoll und gleichzeitig so simpel, dass es mich überrascht, dass ihr nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich möchte das mit meiner Arbeit ändern. Deswegen biete ich ab 2019 Atemkurse online an – als Einzelstunde oder ganzer Kurs. Und wer weiß, ob nicht vielleicht bald eine Yogalehrerausbildung ansteht? Immerhin sind Yoga und ich jetzt unzertrennlich.

Natalie schreibt in ihrem Blog Yay for today über all die Dinge, die sie interessant findet und stellt Inspirationen für ein nachhaltiges Leben und vegane Rezepte vor.  

Möchtest mehr über Menschen und ihren persönlichen Weg zum Yoga wissen? Alle Artikel zu diesem Thema haben wir dir hier zusammengestellt: Warum Yoga. Außerdem lassen wir Yogis Werte unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens vorstellen in der Reihe Yoga und Werte, führen spannende und insprierende Interviews und stellen Euch tolle Yogaprojekte mit Herz vor. Viel Spaß beim Stöbern!

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