Werte und Yoga: Freiheit #7

Werte und Yoga: Freiheit #7 - FindeDeinYoga.org

Jeder Mensch hat bestimmte Werte, die ihm wichtig sind und nach denen er lebt. In unserer neuen Serie wollen wir euch Werte unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens durch Yogaleher vorstellen. Heute mit Nicole aus Kiel, mit dem Wert:

Freiheit

(inklusive kostenfreier geführter Meditation/Hypnose zum Thema Loslassen)

Freie Entfaltungsmöglichkeiten

Mich innerlich, in meinem Wesen frei zu fühlen, das gehört für mich zu den wichtigsten Werten in meinem Leben und das ist auch der Grund, warum ich mich für diese Artikelreihe für den Wert FREIHEIT entschieden habe.
Freiheit assoziiere ich mit Glück, Leichtigkeit, Sorgenlosigkeit, sich ausbreiten, sich entfalten und ausdrücken können, was in mir ist. Ich möchte über mich selbst bestimmen und mich einfach frei entfalten können.

Was ist Freiheit?

Freiheit kann man gut anhand seines Gegenteils erklären: Du bist frei, wenn du nicht gefangen oder unterdrückt bist – das kann sich auf äußerliche Faktoren wie Geld, berufliche Möglichkeiten oder persönliche körperliche oder innere geistige oder emotionale Ebenen beziehen. Die Handlungsfreiheit bezieht sich z.B. darauf, dass du das tun kannst, was du gern möchtest. Emotionale Freiheit bezieht sich auf deine Gefühle. Das sind verschiedene Aspekte, die nicht übereinstimmen müssen. Du kannst z.B. die Freiheit haben, tun und lassen zu können, was du möchtest, weil du genug Zeit und Geld hast – du kannst dich dabei aber emotional gefangen fühlen. Freiheit kann sich auf viele verschiedene Bereiche beziehen:

  • auf die Gesellschaft, in der du lebst
  • auf Politik
  • Ernährung
  • Pressefreiheit
  • Künstlerische Freiheit
  • Beruf/Berufung
  • Familienleben
  • Spiritualität
  • …und auch auf Yoga – darauf gehe ich später in diesem Artikel ein

Freiheit ist dabei immer relativ, denn sie ist immer in einen gewissen Kontext eingebunden. Wo sich einer frei fühlt, kann sich ein anderer schrecklich eingesperrt vorkommen. Denn jeder Mensch lebt in einem anderen Kontext (Werte, Glaubensätze, Erfahrungen etc.).

Möglichkeiten, Autonomie und Unabhängigkeit

Wenn du frei bist, kannst du frei entscheiden. Das setzt voraus, dass es auch Möglichkeiten gibt, zwischen denen du dich entscheiden kannst. Diese Entscheidung geschieht dann frei von Druck, frei von anderen und basiert auf dem, was du möchtest. Freiheit bedeutet dann auch eine gewisse Autonomie.
In Bezug auf Freiheit wird dann manchmal der Begriff Unabhängigkeit erwähnt. Für mich sind das aber zwei verschiedene Werte. Du kannst z.B. in einer Partnerschaft (ein-)gebunden (sein) und dich innerlich frei fühlen oder auf der anderen Seite unabhängig von einem Partner leben und trotzdem unfrei sein. Wie sich das bei dir zeigt, hängt davon ab, wie dein inneres Bezugssystem gestaltet ist. Es geht dabei also auch darum, was DIR wichtig ist.

Innere Freiheit und Selbstverantwortung

Ich mache jetzt mal eine pauschale Aussage: Jeder Mensch steht sich ab und zu mal selbst im Weg und begrenzt damit seine Freiheit. Das zeigt sich z.B. in Situationen, in denen du etwas tun könntest, was du auch gern tun möchtest – aber du tust es nicht. Manchmal liegt der Grund in der Arbeit, die getan werden müsste (z.B. abnehmen/Diät) oder den Konsequenzen, die es geben würde (fremdgehen/Beziehungsende). Mit deiner Freiheit kommt also auch die Selbstverantwortung. Du musst selbst nachdenken und dir klarwerden. Dazu musst du dich auch kennenlernen. Und wenn du dich dann frei entscheidest, etwas zu tun oder nicht zu tun, dann kannst du niemandem mehr die Schuld geben. Kannst du so viel Freiheit handhaben?

Die Frage ist hier:

Mit wie viel Freiheit kannst du überhaupt umgehen?

Grenzenlose Freiheit versus begrenzte Freiheit

Da kommt mir der Song von Reinhard Mey in den Sinn:

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“.

Ja, über den Wolken, wo es niemand anderen gibt, nichts worauf man Rücksicht nehmen muss, da kann die Freiheit auch grenzenlos sein. Aber eingebunden in ein reales Leben gibt es keine grenzenlose Freiheit. Was passiert, wenn ein Mensch seine Freiheit soweit ausübt, dass es die Freiheit eines anderen Menschen einengt? Wenn jeder macht, was er will, endet es wohl bald im Chaos. Freiheit braucht deshalb meiner Meinung nach Grenzen, denn sonst ist es Anarchie.

Freiheit braucht Grenzen und einen gewissen Rahmen, in dem sie sicher stattfinden kann.
Es ist oft einfacher, begrenzt zu sein, als absolute Freiheit zu haben.

Nicole Quast-Prell

Kinder brauchen z.B. auch Grenzen, um sich frei entfalten zu können. Sie brauchen Anhaltspunkte, an denen sie sich halten können. Sie brauchen gewisse Eingrenzungen, an denen sie wachsen können. Und mit Verlauf des Lebens ändern sich diese Grenzen. Je nachdem, wo du dich gerade befindest, in welcher Lebensphase du steckst, brauchst du mehr oder weniger Freiheit.

„Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.“
Johann Wolfgang von Goethe

Freiheit erarbeiten

Die Freiheit ist nicht immer gegeben, oft musst du sie dir erst erarbeiten. Z.B. musst du erst Geld verdienen, bevor du es frei ausgeben kannst. Viele moderne Entwicklungen und Errungenschaften haben mit Freiheit zu tun, die von Menschen vor uns erarbeitet wurde, hier 3 Beispiele:

  1. Die Sklaverei wurde abgeschafft.
  2. Die Berliner Mauer wurde abgerissen.
  3. Früher waren viele Dinge vorgegeben: Die ältesten Söhne übernahmen den Hof des Vaters. Heute kannst du deinen Beruf (in gewissem Rahmen) selbst wählen. Wen du heiratest, das wurde dir früher vorgeben, heute wählst du (in einem gewissen Rahmen) selbst aus, mit wem du dein Leben verbringst.

Hier 3 Fragen für dich zum Sinnieren:

  1. Wie viel Freiheit ist gesund für einen Menschen?
  2. Wann fühlst du dich frei?
  3. Wie kannst du in deinem Alltag eingebunden sein, und dich trotzdem frei fühlen?

Loslassen für innere Freiheit

Wenn du innerlich frei werden möchtest, dann musst du Loslassen können. Loslassen von deinen Glaubenssätzen, deinen Sorgen, deinen Vorurteilen – all das sind nur Gedanken. Wenn du dich innerlich frei fühlen möchtest, dann lerne es, deine Gedanken loszulassen.

Hierzu passt ein Zitat von Nelson Mandela:

„Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.“

Kostenfreie geführte Meditation/Hypnose: Ich habe eine geführte Meditation/Hypnose, mit der du lernst, loszulassen für dich entwickelt. Schreibe mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular hier http://nicolequast.de/kontakt dann sende ich sie dir zu.

Freiheit im Yoga

Für diese Artikelreihe beziehe ich nun den Begriff der Freiheit auf Yoga. Ich greife dabei 5 Gedankengänge auf, die mir dazu einfallen:

1. Yoga Arten

Es gibt viele verschiedenen Ansätze im Yoga. In der einen Form ist alles strikt vorgegeben, von der Übungsauswahl, über die Ernährung bis hin zum allgemeinen Lebensstil. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wo es langgehen soll, ist stark eingeschränkt. Und dann gibt es Formen, die sehr frei sind und die Individualität des Menschen zulassen und in den Übungsstil einbinden. Dort ist man vielleicht der Ansicht, dass es keinen Sinn macht, alles vorzugeben, weil Menschen unterschiedlich sind und dass es eher schädlich für die Persönlichkeit ist, einen Körper oder einen Geist in eine bestimmte vorgegebene Form zu pressen. Die Yoga Art sagt dabei noch nichts darüber aus, wie freiheitsförderlich sie für eine Person ist. Für jemanden, der in sich unsicher und chaotisch ist, sind die strikten Yoga Formen vielleicht genau das Richtige, um in eine innere Freiheit zu kommen. Der Kontext spielt also eine Rolle.

2. Körperliche Freiheit

Mit den Yoga Übungen/Asanas kannst du durch regelmäßiges Übungen physisch in deinem Körper mehr Bewegungs-Freiheit erlangen. Du musst hier also etwas tun, bevor die die körperliche Freiheit (wieder) genießen kannst. Du musst sie dir regelmäßig erarbeiten.

3. Freiheit im Geist

Durch Konzentrations- und Meditationsübungen kannst du deinen Geist schulen und erreichst vielleicht dadurch glückselige Zustände. Durch regelmäßiges Meditieren kannst du dich auch von alten Mustern loslösen und dich innerlich befreien. Auch hier musst du selbst etwas tun, bzw. lernen, das Tun loszulassen.

4. Freiheit und Selbstverantwortung

Wie weiter oben schon erwähnt, kommt mit der Freiheit auch die Selbstverantwortung. Und die ist im Yoga eine wichtige Säule. Du bist für dich verantwortlich – das ist der perfekte Rahmen für deine Freiheit. Im Yoga kann die Macht der Selbstverantwortung durch Achtsamkeit und Wahrnehmung für das, was in dir vorgeht, gefördert werden. Alles, was du denkst und tust hat eine Auswirkung/Konsequenz. Je bewusster und selbstverantwortlicher du damit umgehen kannst, desto freier wirst du sein, denn du hast nun Leitlinien, an die du dich halten kannst.

5. Welche Yoga Form fördert Freiheit?

Ich kann natürlich nicht sagen, wie das bei dir ist. Aber für mich ist Aerial Yoga die Yoga Form, die mich von allen am glücklichsten macht. Du wirst immer wieder hören, dass Aerial Yoga das innere Kind erweckt – und das ist auch so. Ich habe Ausbildungen in verschiedenen Formen wie Power Yoga, Vinyasa Yoga, Yin Yoga und ein Buch über meine Erfahrungen mit Bikram Yoga geschrieben („30 Tage Hot Yoga“ auf Amazon) – doch von allen ist mir Aerial Yoga am liebsten. Aerial Yoga befreit Körper und Geist auf spielerische Weise von Stress und Blockaden.

Wer entscheidet, welche Yoga Form wie oft in welcher Gesellschaft gut für dich ist?

Ich hoffe, du hast „ICH“ gesagt!

Ich könnte noch soviel über das Thema schreiben, nehme mir aber die Freiheit, diesen Text nun zu Ende zu bringen. So bekommt das Mitgeteilte auch einen Rahmen 😊

Nicole Quast-Prell

In diesem Sinne wünsche ich dir eine perfekt auf dich abgestimmte Freiheit in deiner jetzigen Situation!

Namasté,
Nicole

***

Nicole Quast-Prell, M.A.

Coach, Autorin, Pilates&Yogalehrerin- und Ausbilderin

Ich heiße Nicole, lebe in Kiel und bin seit 1999 auf verschiedenen Yogapfaden und auch Pfaden, die nichts mit Yoga zu tun haben, unterwegs. Ich habe (zuerst) Pilates und dann Yoga auf einer Aerobic Convention kennengelernt – komme also ursprünglich aus der Fitnessszene. Ich liebe die Freiheit, Verschiedenes auszuprobieren und immer wieder Neues für mich zu entdecken. Ich unterrichte einfach total gern (seit 25 Jahren) und liebe es auch, Yogalehrer und Pilates Trainer auszubilden (seit 15 Jahren). Ich liebe meinen Mann, YouTube-Videos, das Meer, Tanzen, mich mit Freundinnen treffen, Malen, geführte Meditationen, Singen, Essen, Reisen und saunieren.

Nicole´s Körper-Geist-Seele Blog:
www.nicolequast.de

Link zum Kontaktformular für die kostenfreie geführte Meditation/Hypnose zum Thema Loslassen: http://nicolequast.de/kontakt/

Aerial Yoga:
www.aerial-yoga-kiel.de
https://findedeinyoga.org/yogalehrer/yoga-aerial-yoga-mit-nicole-quast-prell

Nicole´s Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/user/vitalpotential/videos

Möchtest Du deine Gedanken zu einem Wert in unserer Gesellschaft in Zusammenhang mit Yoga vorstellen? Dann schreib uns gerne eine E-Mail an mail[at]findedeinyoga.org. Wir freuen uns!

Alle bisher erschienen Beiträge zur Serie "Werte und Yoga" findest du hier.

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